In der Erntezeit geht es hoch her. Da bietet es sich an, ein wenig zu helfen. Und dann bekommen die Kühe, die täglich frische Milch liefern, ebenfalls frisches Grünzeug.

Frühzeitig werden alle Kinder auch in die Verantwortung im und rund ums Haus einbezogen. Sie werden zwar täglich gut versorgt, aber nicht allein „bedient“.  So wachsen sie verantwortungsbewussten jungen Menschen heran, die sich im späteren Leben zu behaupten wissen sollen.

Wenn die Kinder nicht gerade in der Schule sind, Hausaufgaben machen oder spielen, tun sie diese „Nebentätigkeiten“ mit viel Spaß – Roller-Fahren inklusive.

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Bewegende Momente erlebten wir – Birgit und Detlef Voelz – in unserem Waisenhaus „Team for Children“ bei Yangon! Am Samstag Vormittag des 7. Novembers fuhren wir ca. 50 km nördlich der burmesischen Stadt auf dem Gelände vor und schon beim Ein- biegen folgte die erste Überraschung: Die Fassade des Hauses erstrahlte in frischem Gelb und Blau, den Haus- farben von „Team Trans Hamburg“ und „Team Trans Logistics“. Lächelnd erklärte uns unser Partner von „Carefreight“ vor Ort, Naymyo Ko, dass er sich an unseren Visitenkartenfarben orientiert hatte – tolle Idee!

Dann der aufregende Moment, als wir das Haus betraten: Brav standen unsere 15 Kiddies zunächst Spalier. Nach der Begrüßung kamen die drei bis zehn Jahre alten Kinder dann rasch in Fahrt. Nachdem wir unsere Süßigkeiten verteilt hatten und das muntere Schlecken beendet war, packte Edmund, unser Gast aus Hongkong, einen ganzen Koffer voller Spielsachen aus, die sofort von Hand zu Hand wanderten. Weiter gesteigert wurde der Moment von Friedrich Rahn von der Deutschen Botschaft in Yangon, der extra mit seiner Frau Mie angereist kam und für jedes Kind einen Fußball und eine Kappe der Botschaft im Gepäck hatte.

Inzwischen besichtigten wir die sauber gepfl egten Räume, liefen rund ums Gelände, unterhielten uns mit den vier Heimbetreuern und den beiden Lehrerinnen, die am Wochenenden mit den Kindern Lego spielen. Draußen am offenen Stall erfreuten wir uns an inzwischen zwei Kühen und zwei Kälbern, die für täglich frische Milch sorgen. Zum Abschluss sang unser weiterer mitgereister Gast Wolfgang Beisert mit den Kindern Lieder, improvisierte Rundtänze und begleitete das Ganze auf seiner Ukulele. Das war fast wie Weihnachten: für die Kinder die Freude über die Geschenke und für uns das fröhliche Strahlen der Kinder.

Alle Fotos und ein Video finden Sie hier:

Im März 2015 war es wieder soweit. Wir haben unser Waisenhaus besucht. Die Wiedersehensfreude war auf beiden Seiten groß.  Wie immer waren die Kinder am Anfang etwas scheu, aber die mitgebrachten Süßigkeiten sorgten schnell für ein Lächeln in den Gesichtern. Es gab eine typische Leckerei aus Myanmar – weiche Brötchen mit einer Füllung aus süßem Bohnenmus.

Viel Spaß hatten die Kinder und auch die Erwachsenen mit den Schulheften und Stiften aus Deutschland, die Birgit und Detlef Voelz im Gepäck hatten. Es wurde gemalt und gebastelt. Mit Stolz führten die Kinder jedes ihrer farbenfrohen Bilder vor, sei es nun eine Blume, ein Papagei, ein Chamäleon, ein Hubschrauber oder nur ein paar bunte Striche. Wir wurden auch an unsere eigene Schulzeit erinnert, als die Kinder Papierflieger bastelten, die wir auch schon in unseren Klassenräumen fliegen ließen.

Die Stunden flogen nur so dahin,  und schon war es Zeit, Abschied zu nehmen. Im Herbst dieses Jahres werden wir wieder zurückkommen zu unseren Kindern. Alle freuen sich jetzt schon darauf.


Das Jahr 2014 begann ganz aufregend mit der Aufnahme eines Babys, das noch keine drei Wochen alt war. Von einem Krankenhaus kam der Wunsch, einen Säugling in unsere Obhut zu geben.  Die Eltern hatten ihr Neugeborenes im Krankenhaus zurückgelassen. Plötzlich standen die Mitarbeiterinnen des Waisenhauses vor einer weiteren großen Aufgabe. Zu allererst erhielt das Baby den schönen Namen Phyu. Dann musste für eine Schlafmöglichkeit gesorgt, Baby-Nahrung, Kleidung und Windeln gekauft werden. Mit der Nachtruhe war es zunächst auch vorbei. Alle zwei Stunden hatte Phyu Hunger.

Alle waren schnell verliebt in Phyu. So auch der Mitarbeiter, Mr. Boo, der sich seit Eröffnung des Waisenhauses regelmäßig und zuverlässig um den Wasserfilter kümmert. Bei Herrn Boo ging die Liebe soweit, dass er Phyu gerne in seine Familie aufnehmen wollte. Obwohl uns allen Phyu sehr ans Herz gewachsen war, wussten wir doch, dass ein Baby am besten in einer  Familie aufgehoben ist. Im April 2014  war es soweit, Phyu verließ das Waisenhaus. In der Familie Boo hat sie sich zu einem fröhlichen Kleinkind entwickelt. Der erste Geburtstag am 28. Dezember wurde gemäß der Tradition mit einem großen Familienessen in einem guten Restaurant gefeiert.

In 2014 freuten wir uns nicht nur über Baby-Zuwachs sondern auch über Baumzuwachs. Gemäß der deutschen Tradition haben die Kinder nach dem Einzug Bäume gepflanzt, jedes Kind hat nun seinen eigenen Baum. Die Aktion hat allen viel Spaß gemacht. Wir freuen uns schon auf die erste Ernte der  Mangos, Jack-Früchte, Pomelos und Zitrusfrüchte.

Und es kam noch mehr Nachwuchs. Im Herbst kauften wir eine trächtige Kuh mit dem Ziel, die Kinder mit frischer Milch zu versorgen. Am 31. Dezember kam ein schwarz-weißes Kalb zur Welt. Umso erstaunlicher, da die Mutter einfarbig braun ist. Danach ist sie auch benannt worden. Sie heißt „Mi Ni“, was übersetzt „Ms. Hazel“ bzw. Frau Haselnuss bedeutet. Das männliche Kalb wurde „Y Wine“ getauft nach einem berühmten Sänger aus Myanmar. Miss Ni Mi liefert täglich Milch für ihr Kalb, je 2 Glas Milch für die Kinder und 3 Liter zum Verkauf.

Bei all diesen Aktionen kam auch das Lernen nicht zu kurz. Sehr motiviert und mit viel Eifer konzentrieren sich die Kinder auf ihre täglichen Hausaufgaben. Die ganz kleinen basteln mit der Erzieherin, während die größeren Kinder über ihren Schulbüchern sitzen.

Jetzt sind wir gespannt, was in 2015 alles passieren wird.

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